Dinozoa

Leben am Beginn der Nahrungskette

Dinozoa sind einzellige Lebewesen, die in der biologischen Systematik zu der Domäne der Eukaryoten (Eucaryota) und hier zum Unterreich der Alveolaten (Alveolata) gezählt werden. Neben Perkinsidae und Oxyrrhis sind die Dinoflagellaten (Dinoflagellata) der bekannteste Unterstamm der Dinozoa mit einem gewaltigen Formenreichtum, weltweit gibt es ca. 1.000 rezente Arten in 120 Gattungen.

Die freischwimmende Zelle der Dinoflagellaten besitzt zumeist eine runde bis eiförmige Form mit zwei langen, bandförmigen Geißeln, die oft zusätzlich Schwebefortsätze aufweisen; die Größe schwankt zwischen 2µm und 2 mm, der Durchschnitt liegt in einem Bereich von 20 bis 200 µm. Bei einigen Arten sind intrazelluläre Wände aus Zellulose vorhanden, die eine Art Panzer bilden und in Platten aufgeteilt sind.

Dinoflagellaten sind weltweit sowohl im Süß- als auch im Salzwasser verbreitet. Rund 90 % aller Arten gehören zum marinen Plankton, wobei v.a. die tropischen Gewässer von ihnen besiedelt sind; es gibt aber auch Arten, die in Polarregionen und sogar im arktischen Eis vorkommen. Die Süßwasserarten bewohnen Seen, Tümpel und Moorflächen sowohl in den Hochgebirgen als auch am Äquator oder dem Polarkreis. Etwa die Hälfte der Dinoflagellaten ernährt sich heterotroph durch Phagocytose von Kieselalgen, Detritus oder Nanoplankton; die autotrophen Arten benötigen zusätzlich zur Assimilation die Aufnahme von Vitaminen. Die Fortpflanzung erfolgt überwiegend vegetativ durch Zellteilung, eine geschlechtliche Fortpflanzung ist bisher nur in sehr geringem Ausmaß nachgewiesen worden.

Die ökologische Bedeutung der Dinoflagellaten beruht v.a. auf ihrem massenhaften Vorkommen im Meer, wo sie zusammen mit den Kieselalgen den Grundstock der Nahrungskette bilden; aufgrund ihrer guten fossilen Erhaltungsfähigkeit können sie ebenfalls zur Datierung von Sedimenten verwendet werden (Biostratigraphie). Eine andere Eigenschaft ist die Fähigkeit zur Biolumineszenz, die v.a. durch Wellen ausgelöst wird und so das bekannte Meeresleuchten entstehen lässt. Durch die Nahrungskette gelangen Dinoflagellaten aber auch in Muscheln oder Fische, so dass deren Verzehr bei Menschen zu schweren Vergiftungserscheinungen führen kann.

 

 

Ceratium hirundinella:

 

Ceratium hirundinella